| recht |
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27.04.2008
| Linke Startpunkte am 1.Mai in Barmbek
Die
Bündnisdemo bürgerlicher Linker gemeinsam mit linken Krawallmachern
aus dem antifaschistischen Milieu wird ab 10 Uhr am Wiesendamm
(U+S-Bahnhof Barmbek) beginnen. Die genaue Route steht noch
nicht fest, da die Drahtzieher der Bündnisdemo noch einen Rechtsstreit
gegen die Versammlungsbehörde führen. Der Startpunkt wird
sich dadurch aber nicht mehr ändern.
Die
IG Bau hatte langfristig eine Saalversammlung im Bürgerhaus am
Hartlohplatz (Barmbek-Nord) geplant. Ursprünglich
hatte diese Veranstaltung mit unserer Demonstration nichts zu tun, sondern
findet dort angeblich jedes Jahr traditionell zum 1.Mai statt. Mittlerweile
aber wird die Versammlung im Bürgerhaus als offizielle Gegenveranstaltung
propagiert, weil sie für Antifa-Randale gegen unsere Demo strategisch
gut gelegen scheint.

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31.03.2008
| Übersicht: 1.Mai-Feindseiten im Netz
Auf
der antifaschistischen Mobi-Netzseite gibt es mittlerweile zumindest
die "offiziellen" Infos über feindliche Aktivitäten
am 1.Mai 2008 in Hamburg:
http://www.1mai08.tk/
Weitere
einschlägige Antifa-Netzseiten in Hamburg, auf denen Infos zum
1.Mai zu finden sind:
http://www.bewegungsmelder.org
http://www.antifainfo.de
http://ali.blogsport.de
Ein
eher bürgerliches linkes Bündnis, welches ebenfalls gegen
unsere 1.Mai-Demo hetzt und zu Gegenaktionen aufruft, hat folgende Netzadresse:
http://www.keine-stimme-den-nazis.org

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22.03.2008
| Linke Krawallmacher ab 10 Uhr in Barmbek
Mittlerweile
wurde aus dem Antifa-Milieu angekündigt, dass linke Krawallmacher
"zu Tausenden" ab 10 Uhr im Stadtteil Barmbek sein wollen,
um uns zu empfangen. Ein Startpunkt für eine mögliche Gegendemo
wurde noch nicht genannt, aber es ist ohnehin davon auszugehen, dass
die meisten linken Gewalttäter in Kleingruppen verstreut überall
in Barmbek herumlaufen werden, um sich besser an unserer Marschroute
postieren zu können.

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15.03.2008
| Noch keine genauen Infos über Gegendemos
Klar
ist, dass es auf jeden Fall zu massiven linken Gegenaktivitäten
im Stadtteil Barmbek rund um unseren Marsch kommen wird. Klar ist aber
auch, dass der klägliche Rückzug des DGB aus Barmbek für
Spannungen und Streit innerhalb der Linken gesorgt hat. Genaue Infos,
wann und wo das militante linke Spektrum seine Gegendemo(s) in Barmbek
starten will, liegen noch nicht vor.
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| hinweise |
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04.05.2008
| Blick nach Rechts vom 04.05.2008
Spur
der Gewalt
Teilnehmer
an der Neonazi-Demonstration am 1. Mai in Hamburg traten äußerst
aggressiv und gewalttätig in Erscheinung.
Zur
Kundgebung Freier Nationalisten und der NPD Hamburg fanden sich rund
1000 Neonazis in der Hansestadt ein. Der Marsch stand unter dem Motto
„Arbeit und Gerechtigkeit für alle Deutschen“. Angereist
waren führende Kader und Aktivisten aus Bremen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern,
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen
und Schleswig-Holstein. Dazu stießen dann Teile der rechtsextremen
Hamburger Szene. Ebenfalls mit einer größeren Abordnung dabei:
Freie Nationalisten aus den Niederlanden und aus Belgien. Für die
Holländer ergriff Constant Kusters als Vorsitzender der Niederländischen
Volks-Union das Wort und begrüßte die Zuhörer mit „Nationalsozialisten“
und vergaß auch nicht, den Vorzug der „deutschen Rasse“
hervorzuheben.
Anmelderin
Inge Nottelmann ließ sich bei der Demonstration hauptsächlich
von Dieter Riefling, Tobias Thiessen, Jan Steffen Holthusen, Torben
Klebe, Detlev Brüel und Thomas Wulff assistieren. Außerdem
immer in Mikrofonnähe war der NPD-Chef an der Alster, Jürgen
Rieger. Der Aufzug wurde von zwei Fahrzeugen begleitet, darunter neben
einem Mietwagen der bei Demonstrationen in Norddeutschland immer wieder
auftauchende VW-Pritschenwagen der Neonazis aus dem Heisenhof-Umfeld
von Verden.
Begehrter
Interviewpartner war auch der Hamburger Freie Nationalist Christian
Worch. Sogar während eines Interviews mit dem NDR wurde der Kameramann
von vermummten Neonazis attackiert, worauf Worch nur etwas von „Berufsrisiko“
murmelte. Im Pulk der Rechtsextremisten war ein großer Block so
genannter Autonomer Nationalisten vertreten, die sich überwiegend
als „Schwarzer Block“ eigenständig aufstellten und
an der Demonstrationsspitze den Ton angaben. Nach nur zum Teil erfolgten
Kontrollen von Rucksäcken und eher nur oberflächlichen Leibesvisitationen
durch die Polizei versorgten sich einige Demonstrationsteilnehmer anschließend
wieder mit Wurfgegenständen.
Überhaupt
traten die Demonstrationsteilnehmer sehr aggressiv und gewalttätig
in Erscheinung, propagierten ausdrücklich das Recht auf Selbstjustiz
für sich. Was das Selbstbewusstsein betrifft, zeigte zum Beispiel
eine Szene, in der bei einer Überzahl-Situation Polizeibeamte eingekesselt
und attackiert wurden. Neben dem NDR-Kamerateam waren auch andere Journalisten
gezielt Opfer von Angriffen.
Das
schwarze Front-Transparent des Demonstrationszuges besaß die Parole
„Deutsche Intifada“. Lübecker Neonazis konnten sich
unterdessen nicht durchsetzen, ein schon im März erbeutetes Mini-Transparent
mit der Aufschrift „Antifaschistische Aktion“ provozierend
im Vorderteil des Aufmarsches zu zeigen. Während speziell aus Schleswig-Holstein
viele NPD-Funktionäre den Weg nach Hamburg gefunden hatten, ließ
sich von der Landtagsfraktion aus Schwerin niemand in der Hansestadt
blicken. Unter den „prominenten“ Freien Kräften nahmen
unter anderem Siegfried Borchardt (Dortmund), Marcus Winter (Lindhorst),
Peter Borchert (Kiel), Thorsten Heise (Fretterode), Club 88-Betreiberin
Christiane Dolscheid (Neumünster) teil – einige von ihnen
sind bekanntlich auch mit der NPD verbandelt. Als einer der filmenden
Begleiter der Demonstration fungierte einmal mehr Klaus Hellmund aus
Celle. Wie bereits auf der Anreise zum NPD-Gedenkmarsch Ende März
in Lübeck kaperten Neonazis auch diesmal unbehelligt einen Zug
und bemächtigten sich dort der Lautsprecheranlage, um dann damit
ihre Hetzparolen zu verkünden.
Im
Verlauf ihrer Rückreise hinterließen Neonazis auf den Hauptbahnhöfen
von Bremen und Dortmund noch eine Spur der Gewalt. Auf dem Bahnhof von
Bad Kleinen bestiegen Neonazis den Zug nach Rostock und machten gezielt
Jagd auf Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Gegendemonstration aus Hamburg,
die sich auf der Heimreise befanden. Dabei gab es mehrere Verletzte.
Horst
Freires
Quelle:
www.bnr.de
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03.05.2008
| tageszeitung vom 03.05.2008
"Sonst
hätte es sicher Tote gegeben"
Bei
den Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und Neonazis in Hamburg
hätte es Tote geben können, sagt die Polizei. Die Randalierer
seien von auswärts gekommen.
VON
P. MÜLLER UND A. SPEIT
BERLIN taz Für die Hamburger Polizei ist die Sache
klar: Die Krawalle, zu denen es am 1. Mai im Stadtteil Barmbek am Rande
der Demonstration gegen den Neonaziaufmarsch und in der Nacht im Schanzenviertel
kam, waren importiert. Nur 15 der 59 Festgenommenen kommen nach Polizeiangaben
aus Hamburg. "Die meisten kommen aus den neuen Bundesländern
und sind Jugendliche", sagte Polizeipräsident Werner Jantosch
am Freitag. "Die haben es spannend gefunden, sich in Hamburg zu
treffen und sich mit der Polizei und den Nazis zu prügeln."
Mehr
als 10.000 Menschen demonstrierten am 1. Mai gegen einen Neonaziaufmarsch
in Barmbek. Dazu aufgerufen hatte ein breites Spektrum von Antifa, Autonomen,
Parteien, Gewerkschaften und Kirchen. Das Novum: Das Oberverwaltungsgericht
genehmigte am Vorabend eine Demoroute direkt durch den Arbeiterbezirk,
was die Polizei zuvor verweigert hatte. Dadurch konnten viele Menschen
in die Nähe des Versammlungsorts der Rechten an einem S-Bahnhof
gelangen.
Zunächst
agierte jedoch die rechte Gewalt. "Die rechte Seite zeigte kein
legalistisches Verhalten", sagte Jantosch und betonte: "Das
kennen wir so hier nicht." Einsatzleiter Peter Born wurde noch
deutlicher: "In den Reihen herrschte ein enorm hohes Gewaltpotenzial."
Schon vorher waren "Autonome Nationalisten" massiv auf Gegendemonstranten
losgegangen. "Auf Stichwort schlugen diese auf Linksautonome ein",
sagt Born. Äußerlich seien beide Gruppen kaum zu unterscheiden
gewesen. "Die Polizei musste sich dazwischenschmeißen, sonst
hätte es sicher Tote gegeben", so Born.
Die
Polizei hatte dann ein weiteres Problem: Da militante Linke Autoreifen
auf den S-Bahn-Gleisen angezündet hatten, hatte die Bundespolizei
den Bahnverkehr vorübergehend eingestellt. "Die haben schlichtweg
den Strom nicht wieder angekriegt", sagte Born. "Ich hatte
das banale Problem: Wie krieg ich die wieder weg?" Deshalb habe
man sich dazu entschlossen, den Weg mit Wasserwerfern und einem Räumpanzer
zum nächsten Bahnhof frei zu räumen, wohl wissend, dass sich
militante Antifas dem entgegenstellen würden - was dann auch tatsächlich
passierte. Dass am Rande des Geschehens mehrere Autos von Besuchern
des Stadtparks angezündet wurden, hatte hingegen wenig mit den
Kerngeschehen zu tun. "Der Mob hat sich ausgetobt", sagte
Jantosch dazu.
Auch
die nächtliche Randale im Szenestadtteil Schanzenviertel im Verlauf
eines Antifa-Konzerts im autonomen Stadtteilzentrum Rote Flora unter
dem Motto "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen" hatte
nichts mit autonomer Politik zu tun. Bei Auseinandersetzungen mit der
Polizei flogen Steine auf die Einsatzkräfte, und bei einem anschließenden
Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei gingen 20 Müllcontainer und
zwei Autos in Flammen auf. "Die Leute von der Roten Flora haben
noch versucht, beruhigend einzuwirken", so Einsatzleiter Born.
"Das Konzert war auch völlig friedlich." Ein Rotflorist
bestätigt: "Wir hatten auf den Scheiß keinen Bock."
Bei
der Anreise gelang es etwa 60 Neonazis, zwei Waggons eines Regionalzugs
in Beschlag zu nehmen und sich der Lautsprecheranlage zu bemächtigen.
Dabei grölten sie: "Ab heute transportiert die Deutsche Bahn
AG Ausländer und Deutsche getrennt." Für Ausländer
stünden "Güterwagen zur Verfügung".
Polizei attackiert Richter
Nach
den Ausschreitungen in Hamburg kritisieren Polizei und Innensenator
einen Gerichtsentscheid zur Demo-Route. Das Bündnis gegen Rechts
ist trotz Krawallen mit dem Verlauf zufrieden
VON
PETER MÜLLER UND ANDREAS SPEIT
Trotz
der Krawalle mit ausgebrannten Autos am Rande der Demonstration gegen
den Neonazi-Aufmarsch in Hamburg Barmbek ist das "Bündnis
gegen Rechts" mit dem Verlauf zufrieden. Mit 10.000 Teilnehmern
sei der Protest "zur größten antifaschistischen Veranstaltung
seit über einem Jahrzehnt in Hamburg" geworden. "Mit
so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet", sagt der Sprecher
des Bündnisses, Wolfram Siede.
In
nahezu jedem Geschäft auf der Fuhlsbüttler Straße im
Herzen von Barmbek-Nord hätten die Plakate der Initiative "Barmbek
sagt Nein zu Neonazis" ausgehangen - unterzeichnet von 43 soziokulturelle
Einrichtungen und Geschäften. "Besonders gefreut hat mich,
dass sich so viele Menschen aus Barmbek den Protesten angeschlossen
haben", sagt Rainer Hanno, Pastor an der Auferstehungskirche. Dort,
und in weiteren acht Kirchen läuteten punkt 14 Uhr die Glocken
als Zeichen des gemeinsamen Protestes. Vergleiche mit den Krawallen
in Kreuzberg seien daneben, sagt Jürgen Boenig vom Museum der Arbeit.
In Kreuzberg sei randaliert worden, sagt Boenig. "Im Viertel herrschte
vielmehr Volksfeststimmung"
Unterdessen
hat Hamburgs Polizeipräsident Wernert Jantosch Freitag die Richterschelte
von Innensenator Udo Nagel (parteilos) untermauert. Beide geben dem
Oberverwaltungsgericht eine Mitschuld an den Ausschreitungen, da das
Gericht am Vorabend des 1. Mai die Route über eine Straße
freigegebenen hatte, auf der später auch die Nazis marschieren
sollten. "Das war für uns nicht hilfreich", sagt Jantosch.
"Auf der gleichen Strecke beide Gruppen gehen zu lassen - das konnte
nicht gut gehen." Die Polizei sei überrascht gewesen, dass
Auflagen wie die Transparentlängen aufgehoben worden seien, die
sonst Bestand hatten, sagt Jantosch.
Der
Oberverwaltungsgerichtspräsident Rolf Gestefeld weist die Kritik
in ungewöhnlich harscher Form zurück. "Die einseitige
Schuldzuweisung des Innensenators lässt außer Acht, dass
die bedauerlichen und nicht zu tolerierenden Ausschreitungen in großer
Entfernung von der Demonstrationsroute stattgefunden und bereits vor
Beginn der Demonstration begonnen haben". Auch die von der Polizei
zugelassene Route hätte daran nichts geändert, sagt Gerichtspräsident
Gestefeld.
Überrascht
war die Polizei über die rechte Gewalt. Die sich sonst bei Aufmärschen
legalistisch gebenden Rechten traten am Samstag äußerst militant
auf. Anders als sonst, sagt Jantosch, beugten sie sich nicht so einfach
den Anweisungen der Polizei. Der Grund: Unter den 1.000 Neonazis waren
rund 400 autonome Nationalisten. "Der Verfassungsschutz hatte diese
autonomen Nationalisten auf 200 Personen geschätzt - mehr gebe
es nicht", beklagt Jantosch. "Es waren aber plötzlich
400 Personen".
Am
Abend kam es noch zu weiteren Übergriffen. In Bad Kleinen schlugen
vermummte Neonazis auf eine Gruppe ein, die von einer Antifademo kam.
Sie stürmten den Zug und versperrten die Türen. Im Bremer
Bahnhof pöbelten gegen 22 Uhr etwa 150 Neonazis und gerieten mit
Punks und Linken aneinander. Als die Polizei eintraf flogen Steine und
Flaschen.
Quelle:
www.taz.de
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02.05.2008
| redok vom 02.05.2008
Rechtsextreme
Mai-Demos:
"Nackte Gewalt" und Marsch hinter Gittern
Hamburg/Nürnberg. Gegen rechtsextreme Demonstrationen zum
1. Mai protestierten in Hamburg und Nürnberg Zehntausende. In Hamburg
kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen, die laut der Polizei von
den rechtsextremen Demonstranten ausging.
Die
Demonstration in Hamburg war von Neonazis aus dem Umfeld des "Aktionsbüro
Norddeutschland" organisiert worden und wurde von der Hamburger
NPD um ihren Landesvorsitzenden Jürgen Rieger unterstützt.
Die damit eigentlich nur regional ausgerichtete Veranstaltung war jedoch
offenbar bundesweiter Anziehungspunkt insbesondere für gewaltbereite
Neonazis, die im Norden auf Konfrontationen mit Nazigegnern aus waren.
Viele der anreisenden Rechten kamen nach Angaben der Polizei aus den
neuen Bundesländern, doch auch aus Nordrhein-Westfalen und insbesondere
dem Ruhrgebiet waren zahlreiche militante Neonazis erschienen.
Bereits
am Morgen hatten sich 60 Neonazis auf den Randale-Tag eingestimmt, als
sie einen Teil eines Regionalzuges von Pinneberg (Schleswig-Holstein)
nach Hamburg besetzten. Anderen Reisenden verwehrten sie den Zutritt
zu den ersten Waggons: "Dies ist eine geschlossene Gesellschaft!"
Über die Lautsprecheranlage des Zuges grölten sie nach Aussagen
von Fahrgästen: "Ab heute transportiert die Deutsche Bahn
AG Ausländer und Deutsche getrennt", für Ausländer
stünden "Güterwagen zur Verfügung". Davon ausgenommen
seien "skandinavische Ausländer" und "Ausländer,
die einen gültigen Sterilisations-Ausweis haben". Zusätzliche
Einnahmen würden "Mahmut Ahmadinedschad zur Verfügung
gestellt".
In
Hamburg ging es noch vor Beginn der Neonazi-Demo weiter. Ein Großteil
der nach Polizeiangaben insgesamt 1.500 Rechtsextremen galt als gefährlich:
"Etwa 80 Prozent der Teilnehmer des rechten Aufzugs sind von uns
als gewaltbereit eingestuft worden", sagte Polizeisprecher Ralf
Meyer. Dazu zählten vor allem die 400 - 500 "Autonomen Nationalisten",
die als "Schwarzer Block" auftraten und tatsächlich extrem
gewalttätig wurden (siehe unsere Reportage Neonazis randalieren
in Hamburg). Mitten drin bei den Gewalttätern war unter anderem
der seit Jahrzehnten aktive Neonazi Siegfried Borchardt aus Dortmund,
ehemals Landesvorsitzender der verbotenen "Freiheitlichen Deutschen
Arbeiterpartei" (FAP).
Die
Polizei zog heute Bilanz: "Die Aggression und nackte Gewalt ging
von rechter Seite aus", sagte Polizei-Einsatzleiter Peter Born.
"Wenn sich die Polizei nicht dazwischengeworfen hätte, dann
hätte es Tote gegeben." Eine große Gruppe von Neonazis
sei "offenkundig auf ein Stichwort auf die Linken eingestürmt.
Es kam zu wüsten Schlägereien", schilderte Born. Die
"Autonomen Nationalisten" seien so aggressiv aufgetreten wie
nie zuvor in Hamburg. Doch auch linksautonome Demonstranten hätten
ein hohes Maß an Aggression gezeigt, die sich dann vor allem durch
das Abbrennen von Müllcontainern und Autos zeigte. Zuvor waren
mindestens 7.000 Nazigegner friedlich durch Barmbek gezogen.
Nicht
nur Gegendemonstranten waren das Ziel der Neonazis, insbesondere Journalisten
waren Opfer regelrechter Hetzjagden. Auf Anfrage des Fernsehmagazins
Panorama sagte NPD-Parteisprecher Klaus Beier lediglich, es habe sich
nicht um eine NPD-Demonstration gehandelt, daher werde die Partei dies
nicht kommentieren.
Noch
auf dem Heimweg kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen: aus einem
Pulk von etwa 150 Neonazis, die in Bremen umsteigen mussten, flogen
im Hauptbahnhof Steine und Flaschen auf Polizisten und Journalisten.
In Dortmund ging später in der Nacht beim Hauptbahnhof eine Gruppe
von 80 Neonazis auf linke Demonstranten los; nach Angaben der Polizei
konnten die Einsatzkräfte eine Konfrontation verhindern. Gewalttätige
Übergriffe von abziehenden Neonazis soll es auch in Bad Kleinen
und Rostock gegeben haben.
Als
einen "der erlebnisreichsten, kämpferischsten Einsätze
der letzten Jahre" bezeichneten die Neonazi-Veranstalter die von
Gewalt geprägte Demonstration. Im Stil einer Kriegsberichterstattung
war die Rede von einem U-Bahnhof, den eine Neonazi-Gruppe "gegen
eine rote Übermacht verteidigen konnte"; später "massierten"
die Neonazis "die Front" und "säuberten die Kameraden
den Bahnhof von Linken". Das Fazit des Tages war für das "Aktionsbüro
Nord", er habe "einfach nur das gehalten, was er versprochen
hat".
Quelle:
www.redok.de
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02.05.2008
| tageszeitung vom 02.05.2008
Protest
gegen rechten Aufmarsch in Hamburg
Polizei macht Weg für NPD frei
Eskalation
in Hamburg: Rund 10.000 Menschen protestierten gegen eine rechtsextreme
1. Mai-Kundgebung. Die Polizei bahnte der NPD mit Wasserwerfern den
Weg. Autos gingen in Flammen auf.
In
der Hansestadt standen am Nachmittag mindestens fünf Autos in Flammen,
wie die Polizei berichtete. "Die Lage ist unübersichtlich",
sagte ein Sprecher. Zu dem Protest im Hamburger Arbeiterviertel Barmbek
hatten sich nach Angaben der Veranstalter etwa 10000 Teilnehmer versammelt,
die Zahl der Rechtsextremen wurde zuletzt auf rund 1100 geschätzt.
Müllcontainer brannten, Menschen wurden verletzt. Zuvor waren Wasserwerfer
eingesetzt worden, um der Demonstration der NPD und anderen Rechtsextremisten
den Weg zu bahnen. Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften im Einsatz.
Weitgehend
friedlich, aber in aufgeheizter Stimmung demonstrierten in Nürnberg
knapp 10 000 Menschen gegen die zentrale Mai-Kundgebung der rechtsextremen
NPD. Bei ihrem mehrstündigen Zug wurden die insgesamt etwa 1500
Rechten mit Pfeifkonzerten und Buhrufen empfangen. Bei einer NPD-Abschlusskundgebung
warfen Gegendemonstranten vereinzelt Eier, Flaschen und Milchtüten
auf die Extremisten.
Mehrere
Linke wurden bei Schlagstockeinsätzen der Polizei leicht verletzt.
Die zumeist schwarz gekleideten Demonstranten hatten versucht, die Polizeikette
zu durchbrechen, um den NPD-Aufmarsch zu stoppen. Die Nürnberger
Polizei sprach von vier verletzten Beamten. Linke Demonstranten hätten
Steine und Feuerwerkskörper geworfen.
In
der Hauptstadt zog die "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration"
friedlich durch Kreuzberg. In Reden und auf Transparenten wurde gegen
"Ausbeutung, Unterdrückung und imperialistische Kriege"
protestiert. Der Protestzug wurde von zahlreichen Polizisten begleitet.
Anders als in den Vorjahren kam es aber nicht zu Auseinandersetzungen.
Auch die Nacht zum 1. Mai verlief trotz einiger Zwischenfälle laut
Polizei so friedlich wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. 24 Menschen
wurden festgenommen - weit weniger als noch im Vorjahr. 13 Beamte wurden
verletzt, ein Polizist kam ins Krankenhaus.
Berlins
Innensenator Ehrhart Körting (SPD) lobte die insgesamt "erfreuliche
Entwicklung". Er rechnete auch mit einer weitgehend friedlichen
Nacht zum 2. Mai. In den Vorjahren war es am Abend des 1. Mai nach Einbruch
der Dunkelheit vor allem in Berlin-Kreuzberg immer wieder zu Gewaltausbrüchen
gekommen.
In
Hamburg mussten die NPD-Anhänger von ihrer ursprünglich vorgesehenen
Route abweichen, da diese von den Gegendemonstranten besetzt worden
war. Schon die Anreise der Rechten war durch brennende Reifen am S-Bahn-Gleis
gestört worden. Am Vorabend hatte die Polizei im linken Szeneviertel
an der Sternschanze im Zusammenhang mit Steinwürfen auf Beamte
vier Menschen in Gewahrsam genommen. Bei den Auseinandersetzungen wurden
die Scheiben einer Sparkasse zerstört.
Angesichts
der Aufmärsche von Rechtsextremen am 1. Mai forderten SPD und Gewerkschaften
erneut ein Verbot der NPD. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes
(DGB), Michael Sommer, sagte bei der zentralen Mai-Kundgebung in Mainz:
"Es ist nicht hinnehmbar, dass Justiz und Verwaltungen nicht in
der Lage sind, Nazi-Provokationen an unserem 1. Mai zu verhindern."
SPD-Chef Kurt Beck erklärte: "Alt- und Neonazis darf kein
Raum für ihre menschenverachtende Ideologie gelassen werden."
Beide erinnerten daran, dass die Nazis am 2. Mai vor 75 Jahren die freien
Gewerkschaften zerschlagen hatten.
Bayerns
Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), der in seiner Heimatstadt
Nürnberg mit tausenden Bürgern gegen die NPD protestierte,
bekräftigte die Entschlossenheit seiner Landesregierung bei der
Bekämpfung des Rechtsextremismus: "Wir wollen die Nazi-Bande
hier nicht haben", rief er.
Bei
einer Demonstration der rechtsgerichteten Gruppierung "Bürgerinitiative
für soziale Gerechtigkeit" wurden am Donnerstag in Neustadt
an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) laut Polizei rund 20 Menschen
aus der rechten und der linken Szene festgenommen. Etwa 300 Anhänger
der als NPD-nah geltenden Organisation waren durch die Innenstadt gezogen,
dabei habe ein Teilnehmer den verbotenen Hitler- Gruß gezeigt
und sei deswegen festgenommen worden. Bei einer Gegendemonstration von
rund 600 Menschen kam es zu Ausschreitungen.
Erfolgreich
gegen Rechts gewehrt
Mehr
als 10.000 Menschen blockieren den Marsch von 800 Neonazis durch Hamburg-Barmbek.
Polizei räumt Ausweichroute frei. Volksfestatmosphäre aber
auch Wasserwerfer-Einsatz. Rechtsradikale attackieren Polizeibeamte
und Journalisten
VON
ANDREAS SPEIT UND PETER MÜLLER
"Ein
Stadtteil wehrt sich." Dieser Slogan ist am 1. Mai in Hamburg-Barmbek
mit Leben erfüllt worden. Mehr als 10.000 Menschen demonstrierten
gegen einen Neonazi-Aufmarsch und blockierten damit die geplante Demonstrationsroute.
Die 800 Neonazis konnten trotz des Einsatzes von 1.600 Polizisten erst
mit drei Stunden Verspätung ihren Marsch für "Arbeit
und soziale Gerechtigkeit für alle Deutschen" auf einer Alternativroute
in entgegengesetzter Richtung beginnen.
Erst
am Vorabend war die Demonstration des "Bündnisses gegen Rechts"
- zu der auch die DGB-Gewerkschaften und die Kirchen aufgerufen hatten
- vom Oberverwaltungsgericht genehmigt worden. Die Polizei hatte dem
Bündnis die gewünschte Route in Barmbek-Nord verweigert, da
dort bereits die NPD ihren Umzug angemeldet hatte. Das Bündnis
sollte in die Trabantenstadt Steilshoop verbannt werden. Doch weil sich
in Barmbek-Nord ein Bündnis von Bürgervereinen, Kirchengemeinden
sowie viele Gewerbetreibende dem Protest anschlossen und dazu aufriefen,
während des Nazi-Marsches Kneipen und Cafés aufzusuchen,
sah das Gericht ein Marschverbot wohl nicht mehr als verhältnismäßig
an.
Und
so setzte sich gegen 12 Uhr ein buntes Völkchen in Bewegung. Angeführt
von der Theatertruppe Apfelfront, die einen SS-Trupp karikierte, der
exotische Früchte aus deutschen Läden verbanden wollte. "Was
gibt der deutschen Jugend Kraft - Apfelsaft."
Der
Demozug kam nur sehr langsam voran - was natürlich nicht ganz unerwünscht
war. Immer wieder stoppte er zu Zwischenkundgebung. Dort erinnerte der
Schauspieler Rolf Becker daran, dass vor 75 Jahren der damalige ADGB
es begrüßte, dass die Nazis den 1. Mai zum nationalen Feiertag
erklärten. Einen Tag später - heute vor 75 Jahren - wurden
die Gewerkschaftshäuser gestürmt und die Gewerkschaften verboten.
An
der Straße Alte Wöhr, wo der Nazimarsch starten sollte kam
die Demo endgültig ganz zum Stehen. Dort wurde die Parole "Barmbek
nimmt Platz" in die Tat umgesetzt. Aber auch rund um den S-Bahnhof
Alte Wöhr stellten sich Protestler den Rechten entgegen. Um den
Neonazis überhaupt die Möglichkeit zu geben, sich vor dem
Bahnhof zu versammeln, setzte die Polizei Wasserwerfer ein.
Schon
die Anreise von NPD und "Freien Kameradschaften" (FK) verlief
nicht wie geplant. Die bereitgestellte S-Bahn konnte den Bahnhof nicht
anfahren. Auf den Schienen brannten Autoreifen. Mit eigens gemieteten
Bussen mussten die Neonazis erst von woanders eingesammelt, und dann
zur alten Wöhr gebracht werden. Kaum vor Ort, entlud sich ihre
angestaute Wut. Aus dem Neonazitross wurden Gegendemonstranten und Polizeibeamte
angegriffen.
Vor
allem Leute aus der FK-Szene sind angereist. Zu deren Überraschung
lässt die Polizei den NPD-Landeschef Jürgen Rieger zuerst
nicht zu seinen Kumpanen. "Ich bin Herr Rieger", sagt er verwundert.
Ein Beamter meint kühl: "Wer ist Herr Rieger?"
Derweil
klirren die Scheiben der Reisebusse der Neonazis, die in einer Parallelstraße
stehen. Kein Bus bleibt unbeschädigt. FK-Kader und NPD-Bundesvorstandsmitglied
Thomas Wulff wettert: "Wir lassen uns von niemanden aufhalten.
Als Deutsche kämpfen wir für Deutschland." Überall
verstellen Demonstranten den Neonazis den Weg.
Nach
Verhandlungen mit der Marschanmelderin Inge Nottelmann ist aber klar:
Sie dürfen marschieren. Wasserwerfer vorneweg, räumen Beamte
nach und nach die neue Route frei. Mehrere Neonazis nutzen die Situation.
Aus dem Marschgruppen greifen sie Journalisten an. Einen Reporter verprügeln
sie, entwenden die Kamera. Schon vorher attackierten Rechte einen NDR-Kameramann
als er ein Interview mit dem FK-Führer Christian Worch aufnahm.
"Berufsrisiko" meinte Worch.
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29.04.2008
| junge welt vom 29.04.2008
Die
Gewerkschaft hält sich raus
Hamburg:
Neonazis wollen am 1. Mai auf der Route des DGB marschieren. Der verlegt
seine Abschlußkundgebung. Antifaschistisches Bündnis mobilisiert
zum Protest
Von
Andreas Grünwald
Die
Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert das
Verbot eines am 1.Mai im Arbeiterstadtteil Barmbek geplanten Neonaziaufmarsches.
Das sei auch versammlungsrechtlich möglich, erklärte die Abgeordnete
Christiane Schneider am Montag gegenüber junge Welt. Die Antwort
des Senats auf zwei kleine Anfragen von ihr hatte ergeben, daß
alle für die rechte Veranstaltung angekündigten Redner, darunter
der Neonazi-Anwalt und NPD-Landeschef Jürgen Rieger, bereits wegen
Volksverhetzung rechtskräftig verurteilt worden sind. »Volksverhetzung
ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Straftatbestand«, so Schneider.
Es bestehe die Gefahr, daß die Würde von Naziverfolgten und
von Flüchtlingen verletzt werde. Auch deshalb sei der CDU-Senat
verpflichtet, den Aufmarsch zu unterbinden, so die Linkspartei-Politikerin.
Sie verwies in diesem Zusammenhang auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts
Darmstadt vom Januar 2008. Wer wegen Volksverhetzung bereits verurteilt
worden sei, habe demnach kein Recht mehr, auf öffentlichen Versammlungen
als Redner aufzutreten.
Für
den Neonaziaufmarsch unter dem Motto »Arbeit und soziale Gerechtigkeit
für alle Deutschen« wird durch eine Vielzahl von Organisationen,
wie etwa dem »Aktionsbüro Norddeutschland« oder dem
neonazistischen »Störtebeker-Netzwerk« mobilisiert.
Die Polizei geht deshalb von etwa 1 000 Teilnehmern aus. Die Veranstaltung
ist eine bewußte Provokation gegen die Gewerkschaft, denn sie
soll exakt dort stattfinden, wo deren Dachverband DGB seine Abschlußkundgebung
nach der Maidemonstration durchführen wollte. Diese wurde vom DGB
nun nach St. Pauli verlegt, was in Neonazikreisen als »kläglicher
Rückzug« verhöhnt wird.
Zur
antifaschistischen Gegendemonstration rufen indes das »Hamburger
Bündnis gegen Rechts«, die Gewerkschaftsjugend, VVN, DKP
und Linkspartei, aber auch etliche Einzelgewerkschafter auf. Unterstützt
wird das Bündnis auch von 40 Initiativen, Gewerbetreibenden, Kultureinrichtungen
und Kirchengemeinden aus Barmbek selbst. Gelänge es den Neonazis
am Donnerstag mittag loszumarschieren, würden in allen umliegenden
Kirchengemeinden die Sturmglocken läuten, gaben Aktive aus Barmbek
bekannt. Im gesamten Viertel hängen Plakate mit durchgestrichenen
Hakenkreuzen. Sie werben für ein antifaschistisches Stadtteilfest,
das im Anschluß an die Demo stattfinden soll.
Ob
es den Antifaschisten gelingen wird, in den Kern von Barmbek vorzustoßen,
ist allerdings fraglich. Die Innenbehörde bestätigte am Montag,
daß deren geplante Demoroute nicht akzeptiert werde. Vor allem
die Fuhlsbüttler Straße – das Herz von Barmbek –
ist tabu. Noch-Innensenator Udo Nagel (parteilos) will die Neonazigegner
mit Auflagen und durch Tausende Beamte in eher randständige Bereiche
abdrängen. Bündnissprecher Wolfram Siede kündigte am
Montag gegenüber jW an, juristisch gegen die Einschränkung
vorgehen zu wollen.
Raushalten
aus dem Ganzen will sich der DGB. Dessen Lokalchef Erhard Pumm bestätigte
am Montag auf einer Pressekonferenz, daß es ihm vor allem darum
gehe, die gewerkschaftliche Mai-Kundgebung abzusichern. Diese nach St.
Pauli zu verlegen, sei mit den Vorsitzenden der Einzelgewerkschaften
abgestimmt. Als Flucht vor den Neonazis könne man das nicht bezeichnen,
so Pumm. Die Rechten hätten ihre Veranstaltung zwei Wochen vor
der des DGB angemeldet und deshalb versammlungsrechtlich die besseren
Karten gehabt, so Pumm. Gleichzeitig verwies er darauf, daß es
im Anschluß an die Mai-Kundgebung ein »Kulturfest gegen
rechts« geben werde.
Hamburg:
1. Mai, 10 Uhr U/S-Bahn Barmbek: »Kein Platz für Nazis!«,
Kundgebung und Demonstration
Quelle:
http://www.jungewelt.de/2008/04-29/045.php
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23.04.2008
| tageszeitung vom 23.04.2008
Linke
Szene schlägt zurück
In
Hamburg verübt die "Militante Kooperation" in der Nacht
zum Montag Anschläge gegen Rechts. Polizei schweigt
In
Hamburg verübte die "Militante Kooperation zur Verhinderung
des Naziaufmarsches" in der Nacht auf Montag mehrere "militante
Aktionen". So heißt es in einem Bekennerschreiben, das der
taz zugespielt wurde. In dem Schreiben erklärt die "Kooperation",
mit dem Anschlägen solle vor dem Neonazimarsch am 1. Mai "der
Druck auf die Nazis erhöht" werden. "Zehn Tage vorher
haben wir an den Wohnorten von Führungspersonen Scheiben eingeworfen,
Farbe aufgelegt und das ein oder andere Kraftfahrzeug abgebrannt."
Sieben
Personen waren von den Anschlägen betroffen: NPD-Landeschef Jürgen
Rieger, NPD-Landesvize Karl Heinrich Göbel, den früheren NPD-Landeschef
Ulrich Harder und den NPD-Freund Dirk S. Gisa Pahl, der die Rechtshilfe
für Neonazis "Deutsches Rechtsbüro" mitträgt,
traf es ebenso wie Jan-Steffen und Peggy Holthusen, die in der Kameradschaftsszene
führend mitwirkend. Zum zweiten Mal war der DVU-Vorsitzende betroffen,
bereits am 17. Februar hatten Unbekannte einen Farbanschlag auf seine
und die Wohnungen zweier weiterer DVUler verübt.
Von
der NPD kam bisher keine Stellungnahme. Auch die DVU hat von sich aus
keine Presseerklärung veröffentlicht, ebenso wenig wie das
"Aktionsbüro Norddeutschland" der Kameradschaftsszene.
In ihrem Bekennerschreiben lässt die "Kooperation" offen,
bei welchen der genannten Neonazis das Auto zerstört oder die Wohnung
beschädigt wurde.
Die
Sprecherin der Polizei gab sich kurz angebunden. "Da war was",
sagt sie und verweist auf das Landeskriminalamt. Dieses möchte
gegenüber der taz nur gegen Herausgabe des Bekennerschreibens weitere
Fakten kundtun. Die Ermittlungen dürften laufen.
ANDREAS
SPEIT
Quelle:
www.taz.de
Nachtrag:
siehe Meldungen.
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23.04.2008
| tageszeitung vom 19.04.2008
Nazis
in Barmbek
von
Gaston Kirsche
Am
1. Mai will die NPD in Barmbek demonstrieren. Veranstaltungen im Vorfeld.
Acht
Stunden lang will die NPD am 1. Mai durch Barmbek-Nord demonstrieren.
Bereits Ende März wurden hier flächendeckend Flyer in die
Briefkästen verteilt, die in der Aufmachung wie ein linkes Flugblatt
aussehen: "Nur ein nationaler Sozialismus kann das Kapital zugunsten
des Volkes bändigen." Auf dem Aufkleber, den die "Freien
Kamaradschaften" im Stadtteil massiv für ihren deutschen 1.
Mai verklebten, ist ein Foto eines kräftigen Arbeiters zu sehen
- kopiert von August Sander, der damit keine Nazipropaganda machen wollte,
sondern die schwere körperliche Arbeit würdigen.
Heute
Abend findet in der Zinnschmelze die zentrale Veranstaltung zur NPD-Demo
in Barmbek statt: "Soziale Demagogie der Neonazis und was können
Betroffene tun??" fragen sich die Anwohnerinitiative Jarrestadt
und die VVN-BdA Nord: "Direkt vor unserer Tür soll es losgehen.
Da die Inhalte, die Weltanschauung und der Kulturbegriff dieser Vereinigung
im direkten Gegensatz zu unserer täglichen Arbeit und Einstellung
stehen, möchten wir darauf reagieren und laden die Anwohner zu
einer Infoveranstaltung ein."
Am
morgigen Sonntag feiern überzeugte Neonazis gern Führers Geburtstag.
Umso wichtiger, dass die Demonstration gegen Rechtsextremismus und Nazistrukturen
in Bramfeld durch Präsenz unterstützt wird, die um 12 Uhr
am Einkaufszentrum Steilshoop Richtung Bramfeld startet. Als RednerInnen
sind Esther Béjarano, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees, sowie
Manfred Brandt, im Vorstand von Mehr Demokratie e. V., und Burkhardt
Müller-Sönksen von der FDP angekündigt. Organisiert wird
das Ganze von den Jungen Liberalen Wandsbek, der Grünen Jugend
Hamburg in Kooperation mit Mehr Demokratie e. V.
Eine
linke Kritik, sich nur als Demokratinnen von Nazis abzugrenzen, aber
nicht zu fragen, warum Nazis derart ungehemmt die Arbeiterbewegungssymbolik
übernehmen wollen, findet sich in mehreren Sendungen des freien
Radios FSK unter dem Titel "Arbeit, Volksgemeinschaft, abstrakte
Globalisierungsgegnerschaft und Feindkonkretion" Am Dienstag geht
es dort um "Querfrontbestrebungen der Nazis".
Quelle:
www.taz.de
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Vorbemerkung:
Während das reaktionäre "Hamburger Bündnis gegen
Rechts" mit seinem Sprecher Wolfram Siede schon große Erfolge
verkündet, knirscht es intern weiterhin kräftig im roten Gebälk.
Es folgen wieder zwei lustige Artikel zum Streit innerhalb der Linken
wegen des Rückzugs des DGB:
19.04.2008
| Junge Welt vom 15.04.2008
Weicht
DGB vor Neonazis?
NPD
und »Freie Kameradschaften« wollen am 1. Mai durch Hamburg-Barmbek
marschieren. Dort findet sonst die traditionelle Gewerkschaftsdemo statt
Kein
Fußbreit den Faschisten!« – Diese antifaschistischeFormel
nimmt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Hamburg offenbar nicht
sehrernst. 75 Jahre nachdem die Gewerkschaftshäuser durch die Nazis
okkupiert und die Arbeiterorganisationen zerschlagen wurden, hat dieser
seine traditionelle 1. Mai-Kundgebung von Barmbek nach St. Pauli
verlegt. Sie gibt damit den Stadtteil für Neofaschisten frei. Wo
sonst die Gewerkschaften demonstrieren, haben »Freie Nationalisten«
und Anhänger der neofaschistischen NPD bereits imvergangenen Jahr
einen eigenen Aufmarsch unter dem Motto »Arbeit und soziale Gerechtigkeit
für alle Deutschen« angemeldet. »Wer zuerst anmeldet,
hat dasZugriffsrecht«, meint DGB-Lokalchef Erhard Pumm. Fern ab
des Geschehens soll esnun nach der verlegten Gewerkschaftskundgebung
ein »Kulturfest gegen rechts«geben, fügt er hinzu.
Ergreifen
die Gewerkschaften die Flucht vor denNeofaschisten? Für das Netzwerk
der Hamburger Gewerkschaftslinken wäre dies ein Skandal. In einem
offenen Brief an den Vorstand des DGB wird dessen Entscheidungmassiv
kritisiert. Die Mitglieder und die Basis seien daran nicht beteiligtworden.
Erinnert wird zudem, daß erst vor fünf Jahren eine Tafel
an die Erinnerung an die Ereignisse vom 1. und 2. Mai 1933 am Gewerkschaftshausangebracht
worden sei. »Und jetzt, bei der ersten Provokation der Nachfahren
jener Nazibanden durch ihre Okkupation unseres Kundgebungsplatzes sollen
wirzurückweichen?« Mit »ehrendem Gedenken an die vor
75 Jahren in die Gefängnisse geprügelten Gewerkschafter«,
habe dies nichts zu tun, heißt es in dem jetzt veröffentlichten
Brief.
Den
Nazis nicht weichen, will indes das Hamburger Bündnis gegen rechts.
»Wir wünschen uns, daß sich am 1. Mai soviele
Menschen wie möglich den Nazis in Barmbek entgegenstellen«,
heißt es im eigenen Aufruf für einen »antifaschistischen
1. Mai«. Daß die Nazis am Internationalen Kampftag der Arbeiterklasse
durch Hamburg marschieren und dabei gewerkschaftliche Kundgebungsplätze
in Anspruch nehmen wollen, betrachtet Bündnissprecher Wolfram Siede
als »eine gezielte Provokation«, der nun mit aller Kraft
entgegengetreten werden müsse. Unterstützt wird dies auch
von der Gewerkschaftsjugend. »Der 1. Mai ist unser Tag«,
so DGB-Jugendsprecher Olaf Schwede gegenüber junge Welt. Deshalb
werde seine Organisation am 1.Mai auch nicht durch St. Pauli, sondern
durch Barmbek demonstrieren.
Die
Entscheidung für die geänderte Demoroute am 1. Mai hatte der
Vorstand des DGB auch mit der Sorge begründet, daß es im
Verlauf einer Kundgebung in der Nähe eines Neonaziaufmarsches zu
Auseinandersetzungen mit der Polizei kommen könnte. Wenn die Mehrheit
der Gewerkschafter mit dieser Begründung fern bleibt, läuft
das darauf hinaus, daß die dennoch in Barmbek Demonstrierenden
den Polizeimaßnahmen »schutzlos ausgeliefert sind«,
kritisiert das Netzwerk der Gewerkschaftslinken. Entsolidarisierung
sei im Widerstand gegen Neonazis das »falsche Signal«.Gefordert
wird deshalb nun, daß der DGB, neben der bereits angemeldeten
Kundgebung für St.Pauli, auch eine zweite und vom ihm getragene
Antifa-Veranstaltung für Barmbek anmeldet.
Wie
notwendig das wäre, zeigt das Triumphgeheul bei der NPD. Den DGB
verhöhnend, spricht ihr Landeschef Jürgen Rieger bereits von
einem »klägliche Rückzug« der Gewerkschaften.
Da damit auch die Linke zerstritten sei, rechnet er selbst nur mit »Kleingruppen«,
die den Aufmarsch behindern könnten. Rieger fordert die Anhänger
seiner Partei auf, am 1. Mai in Hamburg ein Zeichen für die gewachsene
Stärke des »nationalen Sozialismus« zu setzen. Er selbst
rechnet mit 500 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet.
Quelle:
http://www.jungewelt.de/2008/04-15/049.php
19.04.2008
| Neues Deutschland vom 16.04.2008
Antifa-Demo
ohne DGB
Nazi-Aufmarsch
sorgt in Hamburg für Streit unter Gewerkschaftern
Von
Susann Witt-Stahl
Linke
Gewerkschafter wollen am 1. Mai in Hamburg gegen einen Auf- marsch von
Neonazis demonstrieren. Einem Aufruf an den DGB, sich an den Protestaktionen
zu beteiligen, erteilt die DGB-Spitze der Hansestadt aber eine Absage.
Der
DGB Hamburg ruft in diesem Jahr zu einer 1. Mai-Demonstration »für
eine solidarische Stadt gegen Rechtsextremismus und Gewalt« auf.
Die Route sollte wie im Vorjahr vom DGB-Haus in den nördlich gelegenen
Stadtteil Barmbek führen. Aber die Nazis waren schneller und meldeten
bereits im Juni 2007 am selben Ort einen Aufmarsch unter dem Motto »Arbeit
& soziale Gerechtigkeit für alle Deutschen!« an. Funktionsträger
des DGB beschlossen daraufhin, ihre Demonstration und -Kundgebung nach
St. Pauli zu verlegen – in den Süden der Stadt, weit weg
von dem schaurigen Treiben der Rechtsradikalen. Diese Änderung
ist den Mitgliedern erst im Januar mitgeteilt worden.
Linke
Gewerkschafter – darunter der Schauspieler und ver.di-Orts- verein-Vorstand
Rolf Becker – kritisieren den Alleingang der DGB-Spitze nicht
nur als »undemokratisch«. Die Kollegen erinnern auch daran,
dass sich 2008 der Tag der Zerschlagung aller damaligen Gewerkschaften
durch die Nationalsozialisten zum 75. Mal jährt und verweisen auf
die negative Symbolkraft der DGB-Entscheidung: »Und jetzt, bei
der ersten Provokation der Nachfahren jener Nazi-Banden durch ihre Okkupation
unseres Kundgebungsplatzes sollen wir zurückweichen?«, heißt
es in einem Offenen Brief der Gewerkschafter an den DGB- und ver.di-
Landesvorstand vom 8. April.
Die
Gewerkschaftslinken fordern, dass der DGB Farbe bekennt und eine zweite
Demonstration nach Barmbek anmeldet: Mitglieder und Nichtorganisierte
sollen die Möglichkeit bekommen, die Neonazis direkt mit ihrem
Protest gegen die Vereinnahmung der Arbeiterbewegung für die »soziale
Demagogie der Faschisten« zu konfrontieren.
Dass
auch das Hamburger Bündnis gegen Rechts in Barmbek unweit des Nazi-Aufmarschs
eine Gegendemonstration angemeldet hat, begrüßen Rolf Becker
und seine Kollegen zwar, aber das reicht ihnen nicht. Nicht zuletzt,
weil die Polizei in der Vergangenheit immer wieder mit unerbittlicher
Härte gegen Antifaschisten vorgegangen war, fürchten sie,
dass DGB-Mitglieder ohne offiziellen Aufruf durch die Interessenverbände
der Arbeiter »den Maßnahmen der Polizei schutzlos ausgeliefert«
sind.
»Wir
warten immer noch auf eine Antwort«, so ver.di-Ortsvereinsvorstand
Rolf Becker gestern gegenüber ND. Ver.di-Lan- deschef Wolfgang
Rose möchte keine Erklärung zu dem Offenen Brief der Kollegen
abgeben, heißt es kurz und knapp aus dem Gewerkschaftshaus.
Ausführlich
hingegen die Stellungnahme der DGB-Spitze: »Wir werden für
den 1. Mai keine zweite Demonstration in Hamburg anmelden«, so
DGB-Sprecher Hans-Jürgen Arlt. »Wir wollen uns an unserem
Feiertag nicht auf die Rolle des Gegendemonstranten der Nazis reduzieren
lassen«, ergänzt Erhard Pumm, Vorsitzender vom DGB Hamburg.
Als »Gewerkschafter mit 30 Jahren 1. Mai-Erfahrung« könne
er zudem nicht verstehen, warum es für eine zusätzliche Antifa-Demo
unbedingt der Anmeldung des DGB bedarf. Das Schreiben aus dem Ortsverein,
so Pumm, enthalte Behauptungen, »die zwar populär, aber nicht
wahr« seien. So habe die DGB-Spitze erst im Januar 2008 von der
Polizei erfahren, dass sie ihre 1. Mai-Kundgebung nicht wie geplant
in Barmbek durchführen könne.
Quelle:
http://www.neues-deutschland.de/artikel/127239.html
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18.04.2008
| Mobilisierungsveranstaltung gegen Rechts
Erfolgreiche
erste Mobilisierungsveranstaltung
im Bürgerhaus Barmbek
Die
heiße Phase der antifaschistischen Mobilisierung gegen den geplanten
Naziaufmarsch in Barmbek hat begonnen. Mehr als 100 Leute informierten
sich am gestrigen Donnerstag im Bürgerhaus Barmbek bei einer Veranstaltung
des Hamburger Bündnis gegen Rechts über den aktuellen Stand
der Stadtteil-Proteste im Vorfeld und die Planungen für die große
Bündnisdemostration und Strassenfest am 1. Mai.Die gesellschaftliche
Breite der Proteste und die Stimmung im Stadtteil spiegelte sich auch
im Publikum wider. Viele Anwohner/innen boten Hilfe an beim Verteilen
von Flugblättern, die Interessengemeinschaft Fuhlsbüttler
Strasse kündigte an, die Cafes und Läden an der „Fuhle“
bei Kaffee und Kuchen für den antifaschistischen Protest zu öffnen.
Sechs Kirchengemeinden aus Barmbek und Dulsberg werden am 1. Mai zeitgleich
die „Protestglocke“ läuten. Die Stadtteilvernetzung
„Barmbeker Ratschlag“ hat über 40 Gewerbetreibende
und Initiativen, von Globetrotter über türkische Gemüseläden
bis zur Bücherhalle zu einer Plakat- und Postkartenaktion gegen
Nazis versammelt. Die erste Auflage von 5.000 Stk. war binnen einer
Woche vergriffen, gestern berichtete das Barmbeker Wochenblatt über
die Plakataktion und wird in seiner nächsten Ausgabe eine halbseitige
Ausgabe des Plakates abdrucken, welche sich die Barmbeker/innen in ihre
Fenster hängen oder auf der Demonstration tragen können.Gewerkschafter/innen
setzten sich dafür ein, möglichst viele Kolleginnen und Kollegen
von der offiziellen DGB-Kundgebung am Spielbudenplatz, St.Pauli, direkt
nach Barmbek zu mobilisieren. DGB-Jugend und die IG BAU Hamburg laden
ab 12 Uhr ein zu einem Strassenfest am Hartzlohplatz, direkt neben dem
Bürgerhaus Barmbek. Dort wird es ein buntes Programm aus Infotischen,
Live-Musik und politischen Diskussionen geben, für Kinder stehen
einige Attraktionen auf dem großen Spielplatz bereit. Teilnehmer/innen
der Bündnisdemonstration, die um 10.00 Uhr am Bahnhof Barmbek beginnt,
können sich hier im Anschluß mit Essen und Getränken
stärken.Die Anwohner/innen wurden aufgerufen, am 1. Mai die Fenster
zu öffnen und ihre Lautspecherboxen mit Musik von Radio FSK (93.0
Mhz) auf die Demonstrationsroute der Neonazis zu richten. Der Radiosender
wird für die Barmbeker/innen an diesem Tag aktuell zum Protest
im Stadtteil berichten.Nachdem in den letzten Wochen der öffentliche
Druck gegen den Neonaziaufmarsch massiv zugenommen hat, unterstützen
nun auch alle Fraktionen der Bezirksversammlung Hamburg Nord offiziell
die antifaschistischen Proteste in Barmbek am 1. Mai. In den nächsten
Tagen folgen zudem noch eine Reihe von Mobilisierungsveranstaltungen
im Stadtteil, unter anderem ein LKW-Konzert am 29. April am Barmbeker
Bahnhof mit Jan Delay, Deichkind und vielen anderen Hamburger Künstler/innen,
das verstärkt Schüler/innen und Jugendliche in die Proteste
einbinden wird.Große Sorge wurde geäußert über
die zu erwartenden Polizeimaßnahmen. Eine weitgehende Einschränkung
der Rechte von Anwohner/innen durch Ausweiskontrollen, Zugangsverbote
und Abriegelungen im gesamten Stadtteil werden erwartet. So übermittelten
die Kirchenvertreter Ängste der vor allem älteren Besucher/innen
des zentralen Gottesdientes um 10.30 Uhr an der Hufnerstrasse, überhaupt
durch die Polizeisperren an- und abreisen zu können. Jugendliche
befürchteten für den Tag massive Polizeikontollen aufgrund
ihres Kleidungsstis oder ihrer Haarfarbe. Hier gilt es im Vorfeld des
1. Mai öffentlich deutlich zu machen, das die Polizei nicht das
berechtigte Protest-Anliegen mehrerer Tausend Barmbeker/innen durch
Außerkraftsetzung der Anwohner/innenrechte unterlaufen kann und
mit der hermetischen Abriegelung eines ganzen Stadtteils eine eigene
Politik betreibt.Die Planungen der Proteste gegen den Neonaziaufmarsch
haben in Barmbek eine für Hamburg neue Qualität angesichts
der gesellschaftlicher Breite und lokalen Beteiligung erreicht, das
wurde gestern im Bürgerhaus erlebbar und strahlt aus auf die noch
anstehenden Infostände, Veranstaltungen, Konzerte sowie die große
Bündnisdemonsration am 1. Mai.
Quelle:
www.keine-stimme-den-nazis.org
Anmerkung:
Ein ganz großartiger "Erfolg" des Hamburger Bündnisses
gegen Rechts! Nicht mal 1% der Einwohner Barmbeks haben sich für
die Veranstaltung interessiert, sofern die "über 100"
Teilnehmer überhaupt alle aus Barmbek gekommen sind, was sicher
nicht der Fall gewesen sein dürfte. Die Cafès und Läden
in der Fuhle werden sich bestimmt freuen, wenn vor ihren geöffneten
Gesschäften der rote Mob randaliert und Steine schmeißt.
Aber füttert sie ruhig mit Kaffee und Kuchen ab, dann sind sie
gut gestärkt und werfen noch mehr Steine. Wenn da mal nicht die
eine oder andere Schaufensterscheibe oder das Inventar gutmenschlicher
Cafébesitzer in Mitleidenschaft gezogen werden wird... aber es
trifft dann schon die Richtigen!
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15.03.2008
| Offener Brief des Hamburger Bündnis gegen Rechts
"Dies
ist das falsche Signal!"
Kolleginnen
und Kollegen,
Dies ist das falsche Signal!
Den
Neofaschisten den Platz zu überlassen und ihnen zu weichen, wäre
ein voller Erfolg für die NPD. Wir meinen, dass es falsch ist,
sich von Neofaschisten gerade am 1. Mai vorschreiben zu lassen, wo man
zu demonstrieren hat und wo die zentrale Abschlusskundgebung stattfinden
soll.
Aus
der Geschichte lernen heißt immer noch, gemeinsam gegen das Erstarken
des Neofaschismus zu kämpfen. Anstatt für Nazis den Platz
zu räumen, sollten wir gemeinsam dafür Sorge tragen, dass
für Nazis kein Platz in dieser Gesellschaft ist, weder in den Parlamenten,
noch im Stadtteil, noch im Betrieb. Wer von uns antifaschistischen Protest
äußern möchte und sich für die antifaschistische
Demonstration/Kundgebung in Barmbek entscheidet, kann sich an der 1.
Mai-Demonstration des DGB nicht beteiligen, weil bisher beabsichtigt
ist, die Abschlusskundgebung auf dem Spielbudenplatz abzuhalten.
Im
Hamburger Bündnis gegen Rechts arbeiten auch GewerkschafterInnen
mit. Wir können nicht mit Euch gemeinsam woanders demonstrieren,
wenn die Neofaschisten nach Barmbek mobilisieren! Das Bündnis gegen
Rechts tritt ein für ein gemeinsames Agieren aller Antifaschisten
und Antifaschistinnen. Wir sind uns bewusst, dass die Widerstandsformen
gegen Neofaschismus vom Protest bis zum Angriff reichen und dass diese
Widersprüche auch immer wieder in unserem Bündnis zu Auseinandersetzungen
geführt haben. Uns ist auch bewusst, dass es Teile innerhalb des
DGB gibt, die eine Konfrontation sowohl mit den Neonazis, als auch mit
Teilen der antifaschistischen Bewegung meiden wollen. Wir meinen aber,
dass das Ziel in dieser Frage die Zusammenarbeit und Einheit sein muss
trotz aller Kontroversen und wir uns gemeinsam gegen die Spaltungsversuche
der Rechten wehren müssen. Gemeinsam mit Euch haben wir bereits
mehrere Veranstaltungen durchgeführt (z.B. mit der DGB-Jugend ,
mit verdi), ebenfalls unterstützen viele von Euch den Hamburger
Aufruf
»Keine Stimme den Nazis«. Diesen gemeinsamen Weg wollen
wir mit Euch fortsetzen. Wir möchten Euch daher bitten, Euren Entschluss
noch einmal zu überdenken.
Lasst
uns am 1. Mai gemeinsam demonstrieren für Antifaschismus, gegen
Sozialabbau und gleich soziale Rechte für Alle!
Hamburger
Bündnis gegen Rechts
Quelle:
http://vielfalt-altona.de/info/downloads/
offener-brief-des-hamburger-buendnis-gegen-rechts.pdf
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27.02.2008
| Neues Deutschland vom 18.02.2008
"Viele
Hafenarbeiter blieben zu hause
Antifaschisten
protestierten am Wochenende gegen geplante NPD-Demo in Hamburg
Am
Wochenende demonstrierten in Hamburg mehrere Hundert Menschen gegen
Neonazis und rechten Wahlkampf. Unter dem Motto »Hafenarbeiter
beziehen Position« protestierten am Samstag rund 500 Antifaschisten
gegen eine für den 1. Mai in Hamburg-Barmbek geplante Demonstration
der NPD. Eine Vereinnahmung dieses Datums durch die Neonazis sei eine
unerträgliche Dreistigkeit, sagte Uwe Zabel von der IG-Metall Unterelbe
auf dem von Beschäftigten des Hamburger Gesamthafenbetriebs organisierten
Protestzug. Die Doppelstrategie der Nationalsozialisten sei nicht vergessen:
Dass der sozialen Propaganda der Nazis die Zerschlagung der Organisationen
der Arbeiterbewegung gegenüberstand, sei den Gewerkschaftskollegen
bewusst, so Zabel.
Nazi-Forderungen
wie »Arbeit nur für Deutsche« würden sich zudem
»direkt gegen die Interessen der Hafenarbeiter« richten,
ergänzte ein Sprecher des Gesamthafenbetriebsrats. Im Hafen arbeiten
Menschen aus über fünfzig Nationen. Die Arbeiter an den Küsten
seien deshalb so stark, »weil wir es nie zugelassen haben, dass
irgendjemand einen Keil zwischen uns treibt«, heißt es in
dem von 22 Vertretern der Bundestarifkommission Seehäfen unterzeichneten
Demonstrationsaufruf.
Trotzdem
fanden sich unter den Demonstranten nur wenige Hafenarbeiter. Seiner
Enttäuschung machte ein Arbeiter Luft: »So werden wir die
Nazis nicht aufhalten!« Viele seiner Kollegen glaubten, Protest
gegen Neonazismus ginge sie nichts an. »Erst wenn ihnen das Wasser
bis zum Hals steht, rühren die sich. Aber dann ist es zu spät.«
Etliche Kollegen, so vermutet der Arbeiter, hätten von der Demonstration
aber auch gar nichts gewusst. »Am ersten Mai kommen mehr«,
ist er sich sicher.
Zuletzt
hatten in Hamburg-Barmbek vor vier Jahren Neonazis gegen die Ausstellung
»Verbrechen der Wehrmacht« demonstriert. Eine Gegendemonstration
war von der Polizei mit Wasserwerfern aufgelöst, die Auschwitz-Überlebende
Esther Bejarano von Beamten an ihrem Redebeitrag gehindert worden.
Dass
Neonazismus in der Hansestadt eine akute Bedrohung darstellt, wurde
am Samstag im Stadtteil Bramfeld deutlich. Dort hatten sich rund fünfundzwanzig
Neonazis versammelt und bedrohten einen Infostand des »Hamburger
Bündnisses gegen Rechts«. Nur die anwesende Polizei hielt
sie zurück, die Situation blieb friedlich.
Auch
im Hamburger Wahlkampf ist die extreme Rechte aktiv. Zur Bürgerschaftswahl
am 24. Februar tritt die Deutsche Volksunion (DVU) an. Ihre zentrale
Wahlkampfveranstaltung führte die Partei am Sonntag im Congress
Center Hamburg (CCH) durch. Das Oberverwaltungsgericht hatte entschieden,
dass die Hansestadt verpflichtet sei, der DVU dort einen Saal zu vermieten.
Während im CCH hochrangige Rechte wie der DVU-Chef Gerhard Frey
und der Hamburger Spitzenkandidat Matthias Faust vor rund 250 Zuhörern
so Skurriles verkündeten wie, dass Gregor Gysi mit Hilfe des »Weltjudentums«
versucht habe, die Wiedervereinigung Deutschlands zu verhindern, versammelten
sich unweit des Congress Centers erneut etwa 500 Antifaschisten zu einer
mehrstündigen Gegenkundgebung. Einigen Demonstranten war es gelungen,
in den Veranstaltungssaal zu gelangen. Dort störten sie die Nazi-Redner,
bis sie von der Polizei des Raumes verwiesen wurden."
Quelle:
www.neues-deutschland.de/artikel/124174.html
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26.02.2008
| junge welt vom 13.02.2008
"DKP-Podiumsdiskussion:
Für NPD-Verbot und Kampf um die Köpfe
In
Hamburg diskutierten Antifaschisten aus Linkspartei, DKP, VVN, DGB u.a.
über Strategien gegen Neonazis.
Wieder
einmal will die NPD am 1. Mai aufmarschieren –in diesem Jahr in
Hamburg. Am letzten Samstag kamen 120 Menschen zu einer von der DKP
organisierten Podiumsdiskussion, in der es um Strategien gegen rechte
Umtriebe ging.
Conny
Kerth, Bundessprecherin der VVN-BdA, wies auf den Erfolg der Kampagne
für ein NPD-Verbot hin. Die Organisatoren hatten sich die Sammlung
von 100000 Unterschriften zum Ziel gesetzt und reichten schließlich
175000 beim Bundestag ein. Das letzte Verbotsverfahren war vor dem Bundesverfassungsgericht
an der Unterwanderung der NPD durch den Verfassungsschutz (VS) gescheitert.
Gesine
Lötzsch, Vizechefin der Linksfraktion im Bundestag, ist in einem
parlamentarischen Gremium selbst mit der Kontrolle der Finanzen der
Geheimdienste befaßt. Ihre Erfahrung zeige ihr: »Geheimdienste
sind nicht kontrollierbar«. Auch Lötzsch plädierte für
ein NPD-Verbot. So könne besonders Menschen, die auf politische
Neutralität pochen, vermittelt werden, daß die NPD eben nicht
zum demokratischen Spektrum gehört.
Daß
die NPD für viele Jugendliche zur Normalität geworden ist,
berichtete Olaf Schwede von der DGB-Jugend Hamburg. »Die Mitgliedschaft
in einer Gewerkschaft macht aus den Menschen nicht automatisch Antifaschisten«,
konstatierte er. Vielmehr müsse antifaschistisches Bewußtsein
in den Gewerkschaften täglich erkämpft werden. Dafür
müsse man zeigen, daß Kapital und Arbeit gegeneinander stünden
und Faschisten, anders als von deren Nachfolgern im Geiste suggeriert,
die Arbeiterbewegung bekämpft haben. Beispielhaft sei der Konflikt
im DGB Hamburg über den NPD-Aufmarsch am 1. Mai in Hamburg-Barmbek:
Der DGB-Vorstand hat beschlossen, die Route seiner Mai-Demo zu ändern,
weil sie die Strecke der Neonazis kreuzt. Dagegen rebellieren die Hafenarbeiter,
die mit einer Aktion am 16. Februar zur Antifademo am 1. Mai in Barmbek
mobilisieren wollen.
Zu
einem Schlagabtausch kam es, als Conny Kerth die Entscheidung des DGB-Vorstands
zwar bedauerte, aber letztlich akzeptierte. Olaf Harms (DKP), Bürgerschaftskandidat
für Die Linke, bezeichnete es als »Skandal, daß der
Hamburger DGB-Chef und SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Erhard Pumm
bereits seit Juli vom Marsch der NPD weiß und nichts dagegen unternommen
hat«. Nun gelte es, in den Gewerkschaften nach Barmbek zu mobilisieren.
Aus dem Publikum meldete sich ein alter Gewerkschafter zu Wort und erinnerte
daran, daß die Hamburger Gewerkschaften noch am 1. Mai 1933 zu
den NSDAP-Feiern mobilisiert hätten. Am 2. Mai 1933 stürmte
die SA dann in ganz Deutschland die Gewerkschaftshäuser.
Vertreter
von Antifagruppen warnten vor einem »Zurückweichen vor den
Faschisten«. Ein Mitglied der Partei Die Linke schlug am Ende
vor, die Mobilisierung gegen die Neonazis auf bürgerliche Kräfte
auszuweiten und alle Protestformen zu vereinen. Dies fand die Zustimmung
der meisten Besucher."
Quelle:
junge welt
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19.02.2008
| rf-news vom 19.02.2008
"Hafenarbeiter
protestierten gegen geplanten Naziaufmarsch am 1.Mai
Hamburg
(Korrespondenz), 19.02.08: Rund 400 Menschen folgten am Samstag
dem Aufruf der Hafenarbeiter zu einer antifaschistischen Demonstration.
Anlass war die ungeheure Provokation der faschistischen NPD, am 1. Mai
die traditionelle Demonstrationsroute des DGB für ihre volksfeindliche
Propaganda missbrauchen zu wollen (rf-news berichtete am 15.2.). Diese
Initiative der Kolleginnen und Kollegen aus dem Gesamthafenbetrieb ist
deshalb zu begrüßen, weil der DGB sich bisher in der Auseinandersetzung
um diese Provokation der Arbeiterbewegung sehr bedeckt hält.
Darum
war es sehr wichtig, dass neben der prominenten Antifaschistin und Verfolgten
des Naziregimes, Esther Bejarano, auch der IG-Metall-Funktionär
Uwe Zabel klar gegen die Verdrängung von der gewerkschaftlichen
Route Stellung nahm. Ebenso bedeutsam, dass er in seiner Rede klar machte,
dass das Verbot der Faschisten auf Grundlage der Gesetzeslage sofort
möglich ist. Wie weit die Faschisierung des Staatsapparats bereits
fortgeschritten ist, daran erinnerte Esther Bejarano in ihrer Rede:
dass Hamburger Polizisten bei der Nazi-Demo anlässlich der Wehrmachtsausstellung
das Recht auf ihren antifaschistischen Protest im scharfen Strahl der
Wasserwerfer erstickte.
Die
Demo wurde von einer Delegation der Hamburger Montagsdemo unterstützt.
Angesichts der Erfahrungen der 1930er Jahre ist besonders wichtig, dass
auch von der Bewegung der Arbeitslosen klar antifaschistisch Stellung
genommen wurde. Die MLPD Hamburg organisierte das offenen Mikrofon,
Kurzreden und Parolen. So kamen auch Gewerkschafter aus dem Hafen zu
Wort. Das Transparent mit der Forderung nach dem sofortigen Verbot aller
faschistischen Organisationen wurde viel beachtet und drückte die
Mehrheitsmeinung der Demonstranten aus.
Auch
die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen des Koordinationsrats der
Iranerinnen und Iraner in Hamburg traten dafür ein. Besonders die
"Internationale" und Lieder der Arbeiterbewegung wurden vielstimmig
gesungen. Noch blieb die Teilnahme aus den Gewerkschaften sowie der
kämpferischen Frauenbewegung unter den Möglichkeiten wie auch
der Notwendigkeit. Aber es war eine gelungene Generalprobe dafür,
dass am 1. Mai dann tatsächlich zehntausend Menschen einen kämpferischen
aktiven Widerstand gegen das Auftreten der NPD entfalten!
Die
antifaschistische Grundhaltung unter der Jugend wurde durch die Vielzahl
junger Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Autonomen, der Antifa und
Verdi-Gewerkschaftsjugend deutlich. Die hämmernde Musik oder "antideutsche"
Parolen eines Teils der autonomen Demonstranten waren dabei nicht bestimmend
- aber ein solch massenfeindliches Gegenprogramm zersetzt die Überzeugungskraft
im antifaschistischen Kampf und die Scheinradikalität lenkt von
den Ursachen des Faschismus ab.
Es
war ein Grundanliegen dieser Demonstration, dass am 1. Mai 2008 die
Hamburger Arbeiterbewegung zusammen mit allen Antifaschisten ein klares
Zeichen setzt und die NPD-Provokation verhindert. Neben den Hafenarbeitern
gibt es auch Initiativen der Verdi-Basis, dass die 1. Mai-DGB-Demonstration
in Barmbek durchgeführt wird und den Faschisten nicht das Feld
überlassen wird."
Quelle:
www.rf-news.de
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09.02.2008
| taz-Hamburg vom 09.02.2008
"Fluchtpunkt
St. Pauli
Weil
die NPD ihm den Ort streitig macht, muss der Hamburger DGB seine Kundgebung
zum 1. Mai verlegen. Bereits in der kommenden Woche protestieren Hafenarbeiter
gegen geplanten Neonazi-Aufmarsch und Wahlkampfaktivitäten der
DVU
VON
PETER MÜLLER
"Kein
Fußbreit den Faschisten!" Diese antifaschistische Formel,
so hat es den Anschein, nimmt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in
Hamburg nicht recht ernst: Recht kurzfristig hat er seine traditionelle
1. Mai-Kundgebung vom Stadtteil Barmbek auf den Kiez im Stadtteil St.
Pauli verlegt - weil in Barmbek zur selben Zeit die NPD aufmarschiert.
Ergreifen die Gewerkschafter also die Flucht vor den Faschisten? Ein
klares Dementi von Hamburgs DGB-Chef Erhard Pumm: Man werde "eine
geordnete Mai-Kundgebung durchführen", sagt er zur taz, wolle
sich aber auch an einer Demonstration gegen den NPD-Aufmarsch "beteiligen".
In
Hamburg gibt sich die Gewerkschaft zum 1. Mai schon länger flexibel:
Mal fand die Kundgebung auf dem Fischmarkt statt, mal vor dem Gewerkschaftshaus
nahe des Bahnhofs. Im vorigen Jahr zog die 1. Mai-Demo erstmals vor
das Museum der Arbeit im Stadtteil Barmbek. Weil er die dortigen Örtlichkeiten
für sehr geeignet hielt, beschloss der DGB-Vorstand rasch, auch
in diesem Jahr die 1. Mai-Demo vor dem Museum enden zu lassen. Eine
entsprechende Route wurde im Juni 2007 angemeldet.
Damals
wurden die Gewerkschafter allerdings vom örtlichen Polizeirevier
darauf aufmerksam gemacht, dass auch die rechtsextreme NPD für
den 1. Mai 2008 eine Demonstration im Stadtteil angemeldet habe. Allerdings
sei damals ein falscher Ort genannt worden, sagt DGB-Chef Pumm nun:
"Da wären Bahndamm und Gleise dazwischen gewesen, das war
für uns kein Problem. Erst jetzt haben wir erfahren, dass die NPD
genau den Platz vor dem Museum angemeldet hat", ärgert er
sich, "und wer zuerst anmeldet, hat das Zugriffsrecht".
Es
habe zwar Überlegungen gegeben, vor das Verwaltungsgericht zu ziehen,
davon habe die Gewerkschaftsspitze aber wieder Abstand genommen, erklärt
Pumm, "weil das Risiko zu groß ist, dass wir unterliegen".
Dann hätte die NPD triumphieren können, "und das finden
wir nicht lustig". Daher sei die 1. Mai-Kundgebung nun kurzfristig
auf den Spielbudenplatz an der Reeperbahn verlegt worden. Ein "Bündnis
gegen rechts" aus Antifa, VVN und Linkspartei hält derweil
daran fest, vor Ort gegen den braunen Aufmarsch zu protestieren.
Das
bringt dem DGB nun den Hohn der "Nationaldemokraten" ein:
"Der DGB kneift am 1. Mai", spottet die Hamburger NPD auf
ihrer Internetseite. "Die gesetzten Herren Gewerkschaftsfunktionäre
möchten wohl lieber nicht so dicht am Frontgeschehen dran sein,
sondern stattdessen weit weg und in Ruhe ihr traditionelles unpolitisches
Maifest mit Spiel, Spaß und Dönerbuden begehen", heißt
es weiter. Damit wolle der DGB seinen "spießbürgerlichen
Ruf nicht aufs Spiel setzen" und nicht mit möglicher Antifa-Randale
in Verbindung gebracht werden.
Den
Vorwurf, der DGB weiche zurück, wie ihn zum Teil auch Antifa-Gruppen
bereits erhoben haben, weist Pumm zurück: Es müsse vielmehr
berücksichtigt werden, dass an Mai-Veranstaltungen auch Familien
mit Kindern teilnehmen. Zudem sei es ein "falsches politisches
Signal", wenn die Gewerkschaften ihre 1. Maikundgebung zugunsten
des Antifa-Protests absage, "nur weil da hundert Nazis aufmarschieren".
Damit würde der DGB auch Inhalte preisgeben, so Pumm - "was
für ein Erfolg für die Nazis". Dem DGB-Chef geht es jetzt
darum, die 1. Mai-Veranstaltung und den Protest gegen die NPD unter
einen Hut zu bringen. "Wir stehen im engen Kontakt mit dem Bündnis",
beteuert Pumm.
Organisierte
Hafenarbeiter wollen ihren Unmut über die braunen Umtriebe schon
vorher auf die Straße tragen. Für den kommenden Samstag mobilisieren
sie für eine Demo von den Landungsbrücken vorbei am Sitz der
Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) zum Rathausmarkt. Vor dem Gebäude
der Innenbehörde soll die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano
reden. Anmelder des Umzugs ist der Betriebsratschef des Gesamthafenbetriebs,
Bernt Kamin. "Wir haben uns bewusst als Berufsgruppe vorangestellt",
sagt Kamin der taz "um noch vor den Wahlen ein Zeichen zu setzen".
Einen Tag nach der Demonstration nämlich will die Deutsche Volksunion
(DVU) eine Wahlkampfveranstaltung in den Hamburger Messehallen abhalten.
Gemäß des "Deutschlands-Paktes" mit der NPD darf
die DVU in Hamburg exklusiv zur Wahl antreten. Das Verwaltungsgericht
hat die Messegesellschaft dazu verpflichtet, ihr eine Halle bereitzustellen.
Dagegen ist eine Beschwerde der Stadt beim Oberverwaltungsgericht anhängig.
"Wir
wenden uns aber nicht nur gegen die Hetze der Nazis, sondern auch gegen
die Politik der sozialen Kälte, die einen Nährboden für
Deutschtümelei, Rassismus und Antisemitismus nährt",
heißt es im Aufruf der Hafenarbeiter. "Der rechtsradikale
Sumpf wird zur CDU-Mehrheitsbeschaffung integriert wie neulich bei Schill
und gestern in Hessen". Wenn die Nazis am 1. Mai Arbeit und soziale
Gerechtigkeit "nur" für Deutsche forderten, "treiben
sie einen Keil zwischen uns, die wir aus über 50 Ländern in
unserem Hafen arbeiten". Für Bernt Kamin geht es zudem darum,
"offensiv in den Betrieben die Auseinandersetzung" mit rechten
Ideologien zu führen.
Provokation
ins Leere laufen lassen
Dass
der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) seine Kundgebung zum Tag der Arbeit
den Neonazis weichen soll, ist auf den ersten Blick erschreckend. Auf
den zweiten Blick stellt sich die Frage: "Na und?" Allen Befürchtungen
zum Trotz spielen NPD und DVU eine marginale Rolle in der Politik. Es
lohnt sich nicht, auf ihre Provokation einzugehen, zumal sie nur in
einschlägigen Publikationen verbreitet wird.
KOMMENTAR
VON GERNOT KNÖDLER
Es ist nicht Tradition, dass der DGB seine Mai-Kundgebungen vor dem
Museum der Arbeit abhält. Kann die Veranstaltung hier nicht stattfinden,
wird eben wie früher anderswo demonstriert. Damit ist kein Gesichtsverlust
verbunden. Dass die NPD ihren Aufmarsch früher angemeldet hat als
der DGB ist Pech. In einem Rechtsstaat ist das hinzunehmen und auszuhalten.
Dass
die NPD lästert, der Gewerkschaftsdachverband sei spießig,
weil er vor einer handfesten Auseinandersetzung zurückschrecke,
zeigt einmal mehr den Charakter der im Vergleich zu radikalen Linken
ach so ordentlich auftretenden Rechten. Dabei sind es bloß Schläger
wie ihre Großväter im Geiste. Der DGB kann den schwarzen
Peter getrost den Polizisten überlassen, die die Neonazis kraft
ihres Amtes zu wohl oder übel zu betreuen haben. Neonazis sind
nicht satisfaktionsfähig. Warum sollte sich der DGB sich sein Fest
verderben lassen?"
Quelle:
www.taz.de
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30.01.2008
| "Blick nach Rechts" vom 30.01.2008
"Sozial
geht nur national"
Nürnberg/Hamburg
– In Nürnberg und Hamburg wollen Rechtsextremisten in diesem
Jahr am 1. Mai auf die Straße gehen.
Veranstalter
in Nürnberg ist die NPD, die zur „bundesweiten Großdemonstration“
unter dem Motto „Sozial geht nur national“ aufruft. Beginn
soll um 11.00 Uhr sein, Treffpunkt am U-Bahnhof Frankenstraße.
„Freie und parteigebundene Nationalisten aus Hamburg“ mobilisieren
zu einer Demonstration in der Hansestadt. „Arbeit und soziale
Gerechtigkeit für alle Deutschen! Gemeinsam gegen Globalisierung!“
ist das Motto des Aufmarschs, der ab 12 Uhr im Stadtteil Barmbek stattfinden
soll. (ts)
Quelle:
www.bnr.de
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01.01.2008
| Feindaufruf vom 15.10.2007
We
care a lot! Naziaufmarsch am 1.Mai `08 verhindern!
Für
den 1. Mai 2008 planen Nazis aus den Reihen der NPD und der sog. "Freien
Nationalisten" in Hamburg eine Demonstration unter dem vermeintlich
kapitalismuskritischen Slogan "Arbeit und soziale Gerechtigkeit
für alle Deutschen! - Gemeinsam gegen Globalisierung!". Bislang
wird auf einschlägigen Seiten im Internet für 12:00 Uhr zum
U- und S-Bahnhof Barmbek, Ausgang Wiesendamm, mobilisiert.
Es
ist davon auszugehen, dass es sich bei dieser angedachten Demonstration
um die zentrale, bundesweite Demonstration der deutschen Neonaziszene
handeln soll: mehr als Grund genug, diese zu verhindern.
News,
Infos und Tipps, den geplanten Aufmarsch bekennender Nationalsozialisten
und Faschisten in ein Fiasko münden zu lassen, findet ihr in naher
Zukunft hier - der Countdown läuft!
Quelle:
http://www.1mai08.tk/
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04.05.2008
| Hamburg1 vom 01.05.2008
Schwere
Ausschreitungen:
30 Polizisten verletzt
Ein
Neonazi-Aufmarsch zum 1. Mai hat in Hamburg zu schweren Ausschreitungen
zwischen Linken, Rechten und der Polizei geführt. Autos standen
in Flammen, Wasserwerfer kamen zum Einsatz, Polizisten wurden mit Steinen
beworfen. Von einer ''unübersichtlichen Lage'' sprach die Polizei
zwischenzeitlich. ''Das war ein erhebliches Gewaltpotenzial'', sagte
Polizeisprecher Ralf Meyer. Sowohl auf linker als auch auf rechter Seite
seien Demonstranten schon lange nicht mehr so aggressiv vorgegangen.
Bei den Krawallen hat die Polizei rund 250 Randalierer und Gewalttäter
fest- oder in Gewahrsam genommen. 30 der rund 2500 eingesetzten Polizisten
aus mehreren Bundesländern seien verletzt worden, hieß es
am Donnerstagabend in einer vorläufigen Bilanz der Einsatzkräfte.
Vor dem Neonazi-Aufmarsch hatten sich aus Protest gegen Rechts in dem
alten Arbeiterviertel Barmbek nach Angaben der Veranstalter rund 10.000
Teilnehmer versammelt, die Polizei sprach von 7.000. Schon vor dem Marsch
der später rund 1100 Rechtsextremisten aus mehreren Bundesländern
kam es in Nebenstraßen und Hinterhöfen rund um die S- Bahnhöfe
Barmbek und Alte Wöhr zu zahlreichen kleineren Auseinandersetzungen.
Nach einem friedlichen Beginn der Gegen-Demo hatte sich die Lage am
Nachmittag fast minütlich geändert. Mit Hilfe von Wasserwerfern
räumte die Polizei die Straße vor der Gruppe der NPD und
anderer Rechtsextremisten, die von Gegendemonstranten blockiert worden
war. Ein Streifenwagen wurde angezündet, ein weiterer umgekippt,
Müllcontainer brannten, am Straßenrand stehende Autos gingen
in Flammen auf. Sachbeschädigungen hätten nicht verhindert
werden können, sagte Meyer. Die Scheiben eines Supermarktes wurden
eingeschlagen, ein Wirt und dessen Gäste in seinem Lokal angegriffen.
Polizeipräsident Werner Jantosch sagte der Deutschen Presse-Agentur
dpa, das Hauptziel habe die Polizei aber erreicht - nämlich das
direkte Aufeinandertreffen der beiden Seiten weitgehend zu unterbinden.
''Das haben wir verhindert.'' Andernfalls wäre laut Jantosch bei
den Demonstranten mit schweren Verletzungen auf beiden Seiten zu rechnen
gewesen.
Kritik
übte Hamburgs Innensenator Udo Nagel (parteilos). ''Nach einer
sorgfältigen und auf Fakten gestützten Gefahrenprognose hat
die Polizei Auflagen verfügt, um ein Aufeinandertreffen der gegnerischen
Versammlungsteilnehmer verhindern zu können'', meinte er. In seiner
Entscheidung sei das Gericht der Prognose der Polizei nicht gefolgt.
''Mit dieser aus meiner Sicht unverantwortlichen Entscheidung haben
die Richter nicht nur die eingesetzten Polizeikräfte, sondern auch
Unbeteiligte größten Gefahren ausgesetzt.''
Auch die Feuerwehr der Hansestadt war ständig im Einsatz. Zu einem
großen Brand in Nähe der Demo-Route musste sie ausrücken,
als in einem Reifenlager unweit einer Tankstelle rund 3000 Reifen brannten.
Rund 60 Feuerwehrleute war |